Theater - Grenzen
überschreitend

David Reuter (Hg.)
Emballage – die Sprache des Objekts – Performance, Theater, Film/Installation, Objektkunst mit Beiträgen u.a. von Ulrich Puritz, Karen Kipphoff, Lambert Blum, Otmar Wagner, Rike Reiniger und Benjamin Förster-Baldenius,
2003, 144 S.,
Euro 16,00
Bestell-Nr. 11-08

Die Veröffentlichung „Emballage – die Sprache des Objekts“ ist eine einzigartige und reich bebilderte Dokumentation verschiedener Aktionen und Aufführungen des internationalen Bilder- und Objekttheater-Festivals „emballage“, das im Jahr 2000 in dem Berliner Naturpark „Schöneberger Südgelände“ stattgefunden hat. Darüber hinaus bringt die Publikation theoretische Hintergrundinformationen, die während eines begleitenden Symposions erarbeitet wurden.
Mitveranstalter dieser gesamtkünstlerischen Aktion war die Universität der Künste Berlin mit ihrer Fakultät Bildende Kunst / Werkstatt Spiel und Bühne unter der Leitung von David Reuter, der Herausgeber des nun vorliegenden Werkes ist. In Zusammenarbeit mit dem Künstlernetzwerk InterArte, dem Kunsthaus KuLe und dem Mime Centrum Berlin wurden eigene Produktionen der letzten Jahre gezeigt, aber auch Arbeiten von anderen Gruppen und Künstlerpersönlichkeiten aus dem In- und Ausland. In den Kategorien Performance, Theater, Objektkunst und Film / Installation
werden im
Buch über 35 Aufführungen,

drei Ausstellungen und mehr als 100 KünstlerInnen mit ihren Arbeiten durch Fotos und Texte vorgestellt.
Hinter dem Titel „emballage“ (franz. = Verpackung) verbirgt sich ein Konzept, das zeitgenössische Tendenzen in den Künsten thematisiert. Das Konzept ist avantgardistisch indem es Grenzen zwischen verschiedenen Kunstformen als nicht vorhanden erklärt.
Die Tatsache, dass sich die Dingwelt in der heutigen Zeit immer mehr entmaterialisiert, findet in dem Ereignis „emballage“ einen logisch nachvollziehbaren und sinnlich erfahrbaren Niederschlag. Andererseits sind Materie und damit natürlich auch die Dinge weiterhin präsent. Im sog. Objekttheater kommen die personalen Qualitäten der Dinge und der Sachen ins Spiel - sie spielen tragende Rollen. Das „Theater“, die traditionelle Plattform dramatischer Handlungen, tritt zurück und macht Platz für den Raum, den Ort, die Umgebung künstlerischer Ereignisse. Dem gemäß meint „emballage“ nicht nur Verpackung, direkte Umhüllung sondern auch die Umgebung, den Raum um die Dinge - also Hülle im weitesten Sinn. Die Zuschauer werden als aktive Partner in die künstlerischen Ereignisse einbezogen. Erst durch ihre Teilnahme, durch ihr aktives Mittun können sich die Qualitäten der Dinge und der Ereignisse entfalten. So wird das, was von den Künstlern mit ihren Werken „verpackt“ ist, vom mit erlebenden, denkenden und handelnden Publikum „entpackt“. Der künstlerische Prozess gerät so zu einem kreativen Akt aller Beteiligten.